Wie sich unsichtbare Arbeit messen lässt
Die meisten Belastungstests gewichten Arbeit danach, wie oft sie anfällt. Das ist eine Dimension von mehreren — und die uninteressanteste. Hier ist das ganze Modell, samt seiner Grenzen.
Woraus Mental Load entsteht
Nicht aus der Zahl der Aufgaben. Drei Dinge machen aus einer gewöhnlichen Pflicht eine Last, die der andere nicht sieht — und jedes lässt sich einzeln bewerten.
Wie viel Denken nötig ist
Eine Aufgabe, die man im Voraus im Kopf behalten muss, wiegt anders als eine, die man sieht. Saugen kann man, wenn der Schmutz auffällt. Dass eine Impfung ansteht, fällt niemandem auf.
Was passiert, wenn sie liegen bleibt
Ein ungespülter Topf wartet. Eine unbezahlte Versicherung nicht. Je größer die Folge, desto mehr Druck trägt die zuständige Person — auch wenn der Handgriff selbst zwei Minuten dauert.
Ob jemand anderes übernehmen kann
Arbeit, die ihr beide könnt, lässt sich jederzeit abgeben. Die, die nur einer kann, nicht — und diese Person kann nicht freinehmen, selbst wenn sie körperlich nichts tut.
Die Formel
Körperliche und mentale Last werden getrennt gerechnet. Sie in eine Zahl zu mischen hieße, eine Stunde Bügeln und eine Stunde Behördengang wögen gleich — und genau darüber wird zu Hause gestritten.
Häufigkeit pro Jahr × Dauer in Minuten × dein Anteil an der Ausführung
Häufigkeit pro Jahr × (Denken × 3 + Folge bei Versäumnis × 2 + Unersetzlichkeit × 1) × dein Anteil an der Planung
Die Gewichte 3 : 2 : 1 sind nicht willkürlich — Denken lässt sich weder aufschieben noch delegieren, deshalb wiegt es am meisten. Sie sind einstellbar: Ein Haushalt, der das anders sieht, ändert sie in der App.
Jede Aufgabe hat drei Phasen
Deshalb können zwei Menschen gleich viele Aufgaben abhaken und dabei völlig unterschiedliche Lasten tragen. Geteilt wird die letzte Phase, die ersten beiden bleiben bei einem.
- BemerkenDass die Aufgabe überhaupt existiert und ansteht. Diese Phase sieht man nicht und man kann sie nicht abhaken.
- EntscheidenWann, wie, für wie viel, durch wen. Auch „nur“ organisieren ist Arbeit.
- ErledigenDie einzig sichtbare Phase — und die einzige, um die sich die meisten Aufgabenverteilungen kümmern.
Was der Test nicht kann — und was die App macht
Eine Zahl, die ihre Grenzen verschweigt, ist Marketing, keine Messung. Der Test ist der Einstieg; die genauen Zahlen liefert die App.
- Der Test arbeitet mit dem, woran du dich erinnerst. Bei unsichtbarer Arbeit täuscht das Gedächtnis systematisch — in beide Richtungen. Deshalb lohnt es sich, getrennt auszufüllen und zu vergleichen; die Lücke zwischen euren Sichtweisen ist der Befund, nicht der Fehler. Die App erinnert sich nicht — sie hält fest, wer die Aufgabe tatsächlich erledigt hat.
- Das Ziel ist nicht 50/50. Haushalte unterscheiden sich in Arbeitszeit, Gesundheit und Lebensphase. Das Ziel ist eine Aufteilung, die beide fair nennen — deshalb gibt der Test ein Profil, kein Urteil. Die App liefert dazu die Zahlen, über die sich wirklich verhandeln lässt.
- Der Test ist eine Schätzung, keine Messung. Zehn Minuten und ein Blick auf den Haushalt an einem einzigen Tag. Genaue Zahlen entstehen erst aus tatsächlich erledigten Aufgaben über längere Zeit — und genau das macht die App, über dieselben Bereiche und dieselben Phasen.
Wenn du nur eines wählst: Der Test zeigt die Richtung, die App liefert die Zahlen. Sie rechnet körperliche Zeit und mentale Last über alle Aufgaben des Haushalts, laufend und für jede Person einzeln — nicht aus dem, woran sich jemand erinnert.
Sie suchen die gemessenen Zahlen statt unserer Formel? Unbezahlte Arbeit und Mental Load in Zahlen
Wer das Modell gebaut hat
Roman Bednár, Wirtschaftsingenieur mit Doktortitel in Logistik und Produktionssteuerung. Elf Jahre Entwicklung industrieller Anwendungen und Arbeitszeitermittlung nach der BasicMOST-Methode — also die Messung, wie viel Arbeit wirklich in einem Handgriff steckt, der kurz aussieht. Family Fair Play entstand aus der Frage, warum dasselbe nie auf den Haushalt angewendet wurde.
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